Darmstadt, Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb „Campusmitte Lichtwiese“

Auf Basis der bestehenden städtebaulichen Struktur und der ursprünglichen landschaftsarchitektonischen Idee, die sich aus orthogonalen und landschaftlich freien Elementen zusammensetzt, wurde ein orthogonales Ordnungssystem entwickelt.
Die strenge Ordnung soll vor allem für Orientierung sorgen, Adressen und Orte ablesbar machen und eine große Freiheit in der Nutzung ermöglichen.

Das orthogonale Raster wird räumlich durch grüne Felder und Baumvolumen gebildet. Diese beiden Systeme überlagern sich zum Teil, bleiben dabei aber immer am Raster orientiert.

Für die gesamte Campusmitte wurde eine einfache Raumtypologie entwickelt.
Ein linearer Freiraum verbindet alle angrenzenden Platz- und Grünräume sowie die zentralen Gebäude der Campusmitte.
Der Boulevard wird das identitätsstiftende Rückgrat der neuen Campusmitte.
Er ist nicht nur Erschließungsraum, sondern auch öffentlicher sozialer Raum: Sehen und gesehen werden, Flanieren, Aufenthalt am Wasser sowie die Präsentation verschiedener Institute entlang dieser Freiraumachse sind möglich.

Das Thema Klimaanpassung wird so im Freiraum als zentrales Gestaltungselement sichtbar. Die Aspekte Wasserrückhalt, Kühlung und Biodiversität werden so nachvollziehbar in die Gestaltung der Campusmitte integriert. Die Wasserlinie ist nicht nur ein reines Gestaltungselement. Hier wird anfallendes Regenwasser gesammelt, gereinigt, verdunstet und weitergeleitet. Es entstehen in artifizieller Form Mikrobiotope, aber auch Aufenthaltsbereiche am Wasser, die die Campusmitte als grünes, lebendiges und identitätsstiftendes Zentrum des Universitätsstandorts definieren.

Ort: Darmstadt
Verfahren: 2023
Auftraggeber: Technische Universität Darmstadt
Größe: 3,63 ha
Anerkennung